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Die Glasfenster in der Kirche

Glasfenster über der Orgel, von Valentin Feuerstein.
Das Raumempfinden des neugotischen Gotteshauses wird wesentlich durch den Lichteinfall der dem goti­schen Maßwerk nachemp­fundenen Fensternischen geprägt.

Die Ausschmückung des Gotteshauses durch Farb­fenster erfolgte nach deren Zerstörung Ende des 2. Welt­kriegs in zwei Zeitstufen. Die Fenster des Chorraumes wurden von Glasmaler Maxi­milian Bartosz (1913-2000) in Glasschnitttechnik ge­schaffen, die Fenster im Kirchenschiff entwickelte Jahre später der Künstler Valentin Feuerstein (1917-2000), wobei sich dieser der alten Technik des Bemalens durchgefärbter Glassegmen­te bediente. Linksseitig sind Themen des AT, rechtsseitig solche des NT thematisiert. Feuerstein eigen ist seine Art, die Bildkompositionen in die Form unregelmäßiger Medaillons zu entwerfen. Das größte und farbinten­sivste Fenster ist das zwi­schen den zwei Pfeifen­türmen der Orgel von Clau­dius Winterhalter (Oberharmersbach). Es nimmt Aus­sagen der Geheimen Offen­barung des Johannes auf. Im obersten Drittel dominiert die Darstellung Gottvaters (Jahwe), in gleißendem Licht verbunden mit dem Lamm, das die Siegel des Buches öffnen kann; beide Symbole werden von intensi­ven Rottönen umfangen, um die Fülle der Liebe zwischen beiden zu offenbaren: eine außergewöhnliche Darstel­lung der hl. Dreifaltigkeit!

Die Siebenzahl der Leuch­ter rundet dieses Bild nach unten ab, während es durch die Aufnahme der vier We­sen (Adler, Löwe, Jüngling, Stier) links und rechts als Frohe Botschaft kund wird. Im Mittelfeld erscheint das Neue Jerusalem, begrenzt durch die zwölf Perlentore. Die Hoffnung der Menschen (= grün) und die Treue Gottes ( = blau) beherrschen dieses Bildelement. Kon­trastierend werden nebenseitig die Ausschüttung der sieben Plagen und die sieben Posaunenengel gezeigt.

Im unteren Drittel springt der Künstler mit der Aus­sage über den Gottesknecht - geknicktes Rohr zerbricht er nicht - den glimmenden Docht löscht er nicht aus -ins AT (Is. 42.3) zurück und weist neutestamentlich auf den unendlichen Gnaden­strom hin, der dem Neuen Jerusalem entströmt. Am untersten Bildrand erfahren wir in grün-schwarzen Schmutzfarben, schlangenhaft angelegt, den Unter­gang von Sünde und Tod.